Vision 2030

Wir möchten an der Universität für Nachhaltigkeit und Umweltschutz sensibilisieren und begeistern, langfristig Industrie und Wissenschaft prägen, indem Nachhaltigkeit für Studierende zur Selbstverständlichkeit wird. Das Referat für Umwelt soll Anlaufstelle für Umweltthemen werden und proaktiv Impulse für positive Entwicklungen geben. Außerdem ist es unser Wunsch, dass in der TUM entwickelte Konzepte und Technologien am eigenen Campus zum Einsatz kommen.

Mobilität

  • Ja zur mehr ÖPNV

Viele Studierende müssen tagtäglich zwischen den verschiedenen Unistandorten pendeln bzw. oft schon sehr weit fahren, um überhaupt zur Uni zu kommen. Uns ist es daher wichtig, dass der öffentliche Nahverkehr zwischen dem Campus in der Innenstadt, in Garching und in Weihenstephan weiter ausgebaut wird. Ein wichtiger Punkt für uns ist der Fünfminutentakt der U6. Dadurch kann die Nutzung der U-Bahn noch attraktiver gemacht werden und weniger Menschen entscheiden sich, das Auto zu nehmen, wenn sie zum Garchinger Campus fahren wollen. Außerdem halten wir eine dauerhafte Einführung des Semestertickets zu konstanten Preisen für entscheidend, die Nutzung der öffentlichen Verkehrsmittel zu fördern.

  • Ja zu mehr Fahrradstellplätzen und einem Fahrradparkhaus

Damit auch das Fahrradfahren attraktiver gemacht wird, wollen wir, dass vor allem in der Innenstadt mehr Fahrradstellplätze geschaffen werden. Außerdem setzen wir uns dafür ein, dass Fahrradparkhäuser sowohl in der Innenstadt als auch am Campus Garching errichtet werden. Dort soll man zum einen die Möglichkeit haben sein Fahrrad überdacht abzustellen, zum anderen soll es dort Trockenräume für durchnässte Kleidung sowie Schließfächer geben.

  • Ja zu Leihfahrrädern

Um die Fortbewegung an den Standorten selbst zu verbessern, wünschen wir uns eine engere Kooperation mit der MVG, der Deutschen Bahn oder anderen Anbietern, die Fahrradleihsysteme an unseren Standorten installieren könnten. Auch TUM-eigene Leihfahrräder wären eine charmante Idee, die Mobilität auf dem Unigelände zu erhöhen. Diese sollten für jeden Mitarbeiter und jeden Studierenden ganz unkompliziert zur Verfügung stehen.

  • Ja zum Ausgleich von Flugreisen der TUM

Ein großer Anteil der CO2-Emissionen unserer Universität entstehen aufgrund der vielen Flugreisen der Professoren und ihrer Mitarbeiter. Uns ist es daher wichtig, dass dieser hohe Anteil etwas reduziert wird, indem beispielsweise Bahnreisen attraktiver gemacht werden. Noch dazu sollte die TU zum Ausgleich für die Umweltbelastung eines jeden Flugs Kompensation in Form von Aufforstung unserer Wälder leisten. Auch ein verstärkter Einsatz für den Schutz der Regenwälder ist erstrebenswert.

Campusgestaltung

  • Ja zur grünen Campusgestaltung

Ein Campus, an dem man gerne arbeitet und Zeit verbringt, braucht genügend Rückzugsorte. Pflanzen und Grünanlagen sind dafür ganz entscheidende Bausteine. Deswegen setzen wir uns für mehr grüne Oasen und weniger versiegelte Flächen auf unserem Unigelände ein. Diese sollten auch als Lern- oder Ruhebereiche nutzbar sein. Besonders bei Neubauprojekten sollte dieser Aspekt stärker berücksichtigt werden. Wir wollen uns diesbezüglich noch stärker einbringen.

  • Ja zum nachhaltigen Bauen

Die Gebäude an unserer Universität sind unsere tägliche Umgebung. Hier lohnt es sich anzusetzen. Sowohl Bau als auch der spätere Betrieb sollten mit Blick auf die Zukunft geplant werden. Beim Bau neuer Gebäude sollte es deshalb zum Grundsatz werden, nachhaltige Baustoffe zu verwenden. Außerdem sind die in der Lehre behandelten Ansätze des Bauklimas, wie Belüftung und natürliche Temperierung bei neuen Bauprojekten anzuwenden, um den eigenen Ansprüchen gerecht zu werden. Auch das Cradle-To-Cradle-Konzept ist ein hilfreicher Ansatz, um mit neuen Bauprojekten zukunftsorientiert zu handeln.

  • Ja zu Wohnheimen am Campus Garching

Wer nachts schon einmal auf dem Garchinger Campus war, wird festgestellt haben, dass dieser wie ausgestorben wirkt. Deswegen wollen wir, dass campusnahe Wohnheime für Studierende errichtet werden und dadurch ein lebendigeres Universitätsklima entsteht. Noch dazu müssten weniger Studierende täglich weite Strecken zurücklegen, um die Uni zu erreichen.

  • Ja zur Begrünung und Nutzung von Dächern

Unsere Uni soll grüner werden! Pflanzen auf den Dächern der Uni können Schadstoffe aus der Luft filtern und COspeichern. Außerdem unterstützen sie die Gebäudeisolierung, tragen zu einer insektenfreundlicheren Umgebung bei und schützen vor Witterung. Noch dazu sehen Gebäude mit grünen Dächern viel freundlicher aus als Stahl- und Glasriesen.

  • Ja zu Biodiversität am Campus

Seit Jahrzehnten nimmt in Deutschland die Anzahl der Insekten ab. Da diese unabdingbar für unser Ökosystem sind, müssen wir uns dafür einsetzen, eine weitere Abnahme der Biodiversität zu verhindern. Deswegen ist es von großer Bedeutung eine insektenfreundliche Landschaft an allen unseren Standorten zu schaffen. Eine der von uns geplanten Maßnahmen ist das Aufstellen mehrerer Insektenhotels auf dem Unigelände. Außerdem ist es unser Ziel, alles zu tun, um dem Bienensterben und dessen Konsequenzen entgegenzutreten. Eine bienenfreundliche Umgebung im Bereich der Universitätsstandorte ist deshalb unausweichlich. Noch dazu können wir uns vorstellen, dass in naher Zukunft sogar eigene Bienenvölker an der Uni beheimatet sind.

  • Ja zur Innenraumbegrünung

Begrünte Wände im Inneren von Gebäuden sind schon seit längerem ein Trend. Wir finden, dass auch unsere Uni Teil dieses Trends sein sollte. Ein großer Pluspunkt, beispielsweise von Mooswänden, ist ein stark verbessertes Raumklima, da Moos eine beeindruckende Filterwirkung hat und zudem die Temperatur und Feuchtigkeit des Raumes natürlich regulieren kann.

Energie

  • Ja zur energieautarken Uni

Unsere Uni energieunabhängig zu konzeptionieren, ist keine einfache Aufgabe. Weltweit haben dies nur wenige Universitäten, so zum Beispiel die Stanford University, geschafft. Energieautarkie bedeutet für uns nicht nur, den Strom zu 100% aus eigenen erneuerbaren Quellen zu beziehen, sondern auch einen ausgeglichenen Wärme- und Kältehaushalt zu haben. Dafür ist ein Anschluss ans Garchinger Geothermienetz wünschenswert. Außerdem unterstützen wir sämtliche Initiativen zum Bau von regenerativen Energiequellen und zur Reduktion von überflüssigem Energieverbrauch. So wären vor allem Zeitschaltuhren für die Beleuchtung der Räume und Gänge sinnvoll, um zu verhindern, dass in unbenutzten Räumen die ganze Nacht das Licht brennt.

  • Ja zu Solarpanels auf den Dächern

Ein einfacher Weg, mit welchem wir bis zu 10% unseres eigenen Strombedarfs decken könnten, wäre die Installation von Solarpanels auf den Dächern der Unigebäude. Neben der Stromproduktion würden wir dadurch ein für jeden sichtbares Signal für mehr regenerative Energien aussenden. Die TUM könnte so ein Vorbild für viele andere Universitäten und Firmen werden, sich mehr für den Klimaschutz einzusetzen.

Ernährung

  • Ja zu Foodsharing

Jede/r Deutsche wirft im Jahr ungefähr zwei Einkaufswagen an Lebensmitteln in die Mülltonne[1]. Hier sehen wir großes Potential für mehr Nachhaltigkeit! So würde ein uniweites Foodsharingprojekt unserer Ansicht nach stark zur Reduzierung des ganzen Mülls beitragen. Dafür müsste man lediglich ein paar betreute Kühlschränke und Regale an bestimmten Punkten in der Uni aufstellen. Jede/r kann dann eigenes nicht mehr gebrauchtes Essen mitbringen und sich davon unabhängig Lebensmittel mit nach Hause nehmen.

  • Ja zu ökologischen und regionalen Lebensmitteln in der Mensa

Wir unterstützen sämtliche Bestrebungen der Mensen, StuCafés und privaten Cafés zur Verwendung von größtenteils biologischen, fairen und regionalen Lebensmitteln. Außerdem möchten wir uns dafür einsetzen, dass noch mehr attraktive vegetarische und vegane Gerichte zur Auswahl stehen.

  • Ja zum Unigarten

Ziel ist es, einen Garten von und für Studierende einzurichten. Hier soll jede/r die Möglichkeit haben, Gemüse und Kräuter für den Eigen- und Allgemeinbedarf anzubauen.

Politik

  • Ja zur Stabstelle Nachhaltigkeit

An mehreren Universitäten gibt es bereits eine Stabsstelle für Nachhaltigkeit im Präsidium. Diese setzt sich beispielsweise dafür ein, bei der Planung von Neubauprojekten die vielen Umweltfaktoren zu berücksichtigen. Außerdem wäre diese Stelle ein Sprachrohr und eine Stimme für alle nachhaltigen Ideen und Projekte, die man an den Unistandorten verwirklichen könnte.

  • Ja zu lokalem und gesellschaftlichem Engagement der TUM

Als größte technische Universität Süddeutschlands hat die TUM eine Vorbildfunktion. Unserer Ansicht nach sollte sie sich aus diesem Grund mehr für Pilotprojekte zum Schutz der Umwelt einsetzen und diese auch finanziell unterstützen. Hier können auch sehr gut selbst entwickelte Technologien ausprobiert und angewandt werden.

  • Ja zur Förderung der Zusammenarbeit mit nachhaltiger Industrie

Unsere Universität ist stolz auf ihre Nähe zur Wirtschaft. Das ist gerade an dem Motto „Die unternehmerische Universität“ deutlich erkennbar. Uns ist es deswegen wichtig, dass wir vor allem mit Firmen und Industrien zusammenarbeiten, die sich aktiv für Umweltschutz und Nachhaltigkeit einsetzen. Da die Industrie auch umgekehrt auf die Universitäten angewiesen ist, können wir diese Verbindung nutzen, um Firmen zu animieren, ihre Umweltpolitik zu überdenken und nachhaltiger zu produzieren.

Soziales

  • Ja zu Living Labs und Projektwerkstätten

Neben den großen Projekten, die man an unserer Uni verwirklichen könnte, bergen auch sogenannte Living Labs und Projektwerkstätten großes Potential, um Menschen zu animieren, ihr Handeln zu reflektieren und ohne Lebensqualitätsverlust zu bewussterem Handeln zu bewegen; in den Living Labs werden beispielsweise Kurse und Vorträge über gesundes Kochen oder nachhaltiges Wohnen angeboten.

  • Ja zu einem Green Office

Uns ist es wichtig, dass jeder Studierende die Möglichkeit bekommt, sich über umweltpolitische Themen und Projekte an unserer Universität zu informieren. Dafür wollen wir ein Green Office an jedem Standort nach dem Vorbild anderer europäischer Universitäten gründen.

  • Ja zur interdisziplinären Lehre und Forschung

Eine gute Lehre ist das Fundament einer jeden Universität – daher stehen wir für mehr Nachhaltigkeit in der Lehre! Das kann in Form von Vorlesungen und Projektpraktika realisiert werden. Einen elementaren Punkt dabei stellt die Interdisziplinarität dar, welche in allen Studiengängen verpflichtend sein sollte. Zudem sollte die Forschung im Bereich Nachhaltigkeit gefördert werden; Beispiele stellt der Forschungsauftrag zu nachhaltigen und intelligenten Mobilitätskonzepten und zu ökologischen und ökonomischen Investitionsvorteilen zur Minimierung der Treibhausgase dar.

[1]https://www.umweltbundesamt.de/themen/weniger-lebensmittel-wegwerfen